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Neuseeland

Neuseeland (englisch New Zealand, mãori Aotearoa) ist ein Inselstaat im Pazifischen Ozean. Er liegt ca. 2'000 km südöstlich von Australien und wird dem australischen Kontinent zugerechnet. Neuseeland umfasst neben vielen kleineren eine Nord- und eine Südinsel. Grösste Städte sind Auckland (rund 1.2 Mio. Einwohner), Hamilton (100'000 Einwohner) und die Hauptstadt Wellington (rund 300'000 Einwohner) auf der Nordinsel sowie Christchurch (300'000) und Dunedin (100'000) auf der Südinsel. Insgesamt hat Neuseeland etwa 4 Mio. Einwohner oder 15 Einwohner pro km² im Vergleich zu etwa 7.4 Mio. Einwohnern beziehungsweise 176 Einwohnern pro km² in der Schweiz.

Geschichte

Neuseeland wurde etwa im 7. Jahrhundert n. Chr. von den Polynesiern entdeckt und besiedelt. Die europäische Entdeckung fand 1642 durch den Holländer Abel Tasman statt. James Cook landete 1769 in Neuseeland und registrierte Neuseeland geographisch. 1840 erkannten die Maori-Häuptlinge die Souveränität der britischen Krone an (Vertrag von Waitangi). Als erstes Land weltweit führte Neuseeland 1893 das Frauenwahlrecht ein. 1907 wurde aus der Kolonie ein Dominion, sieben Jahre später im Jahre 1914 wird die Kolonie Samoa von neuseeländischen Truppen besetzt. Seit 1948 gilt Neuseeland als eigenständiger Staat. 1967 wurde der neuseeländische Dollar als Landeswährung im Dezimalsystem eingeführt.

Wegen Differenzen über Neuseelands Anti-Atompolitik erfolgte die Suspendierung des ANZUS-Sicherheitspakts durch die USA im Jahr 1984. Das Greenpeace-Flaggschiff «Rainbow Warrior» wird 1985 im Hafen von Auckland von französischen Geheimagenten versenkt. Zwei Jahre später erklärt sich Neuseeland zur atomfreien Zone. 1999 enden die Parlamentswahlen mit einem Sieg von Labour. Die neue Premierministerin Helen Clark bildet eine Minderheitsregierung, die bei den Parlamentswahlen von 2002 im Amt bestätigt wird.

Nationalfeiertag ist seit 1960 der 6. Februar (Waitangi Day), der an den Vertrag von Waitangi erinnert.

Politik

Neuseeland ist eine unabhängige parlamentarische Demokratie, die sich am britischen Vorbild orientiert, wobei es jedoch nur eine Kammer und kein Oberhaus gibt. Das Parlament besteht aus 120 Abgeordneten, die alle drei Jahre gewählt werden. Eine kleine Anzahl Sitze im Parlament ist dabei für Maori-Abgeordnete reserviert. Seit 1996 wird nach dem Proporzwahlrecht gewählt, das das zuvor angewandte Mehrheitswahlrecht nach englischem Vorbild ablöste.

Die Exekutive, ein zwanzigköpfiges Kabinett, wird vom Premierminister geführt. Derzeit ist dies Helen Elizabeth Clark, die von einer Koalition aus Labour Party und Alliance Party unterstützt wird. Neuseelands Staatsoberhaupt ist Königin Elizabeth II. in ihrer Funktion als Königin von Neuseeland, die vom Generalgouverneur, Dame Silvia Cartwright, repräsentiert wird.

Aussenpolitisch hat sich Neuseeland einerseits durch seine regelmässige Beteiligung an Kriegen auf Seiten Grossbritanniens profiliert. Das militärische Verteidigungsbündnis ANZUS mit den USA und Australien war zwischenzeitlich wegen der strikten Anti-Atom-Politik Neuseelands, in deren Rahmen sich das Land auch gegen die französischen Atomtests im Südpazifik stark machte, ausgesetzt.

Geografie

Neuseeland (in der Sprache der Maori: Aotearoa – Land der langen weissen Wolke) ist der Staat, der am weitesten von der Schweiz entfernt ist (Teile des Landes liegen auf der Erde exakt gegenüber von Nord-Spanien). Es ist ein Land mit gemässigtem Klima, das im Südwesten des Pazifik liegt.

Neuseeland besteht aus zwei Hauptinseln, die durch die Cookstrasse voneinander getrennt sind, und einer Anzahl kleinerer Inseln in der Südsee und im subantarktischen Gebiet, von denen einige recht weit entfernt liegen, wie beispielsweise die Chatham-Inseln. Unmittelbar südlich der Südinsel liegt Stewart Island. Das Land erstreckt sich entlang der nord-nordöstlichen Hauptachse über mehr als 1'600 km. Die gesamte Landfläche Neuseelands, 270'500 km², ist etwas kleiner als die Japans oder der britischen Inseln.

Bucht in Neuseeland

Die Südinsel ist zwar die grössere der beiden ungleichen Inseln, aber auch von weniger Menschen bewohnt. Ihr Gesicht ist durch die Neuseeländischen Alpen geprägt, die sich beinahe über die gesamte Länge der Insel erstrecken. Höchster Gipfel ist der Mount Cook mit einer Höhe von 3'754 m. Insgesamt sind achtzehn Gipfel höher als 3'000 m. Westlich dieser Wolkenbarriere erstreckt sich ein schmaler Streifen Land, im Süden mit zahlreichen Fjorden. Auf dieser Seite wächst eindrucksvoller Regenwald, während die Ostseite mit ihren weiten Ebenen vor allem dem Ackerbau und der Viehzucht dient. Die grösste Stadt der Südinsel ist Christchurch an der Ostküste.

Die Nordinsel steht ganz im Zeichen der Vulkane. Das Hochland im Zentrum der Insel wird von den Bergen des Tongariro National Park beherrscht, der westliche Ausleger vom Taranaki. Der höchste Berg der Nordinsel ist der Mount Ruapehu (2'797 m), ein aktiver Stratovulkan. In Richtung der Bay of Plenty nördlich des Zentrums ist die Erdkruste dünn wie kaum anderswo auf der Welt, so dass hier geothermische Aktivitäten jeglicher Art anzutreffen sind.

Klima

Neuseeland mit seinem milden Klima liegt in den gemässigten Breiten der Südhalbkugel. Dank der das Land umgebenden Wassermassen halten sich die Temperaturschwankungen in Grenzen. Im Flachland schwanken die durchschnittlichen Temperaturen im Norden zwischen etwa 10°C im Winter und 20°C im Sommer. Im Süden liegen die Temperaturen etwa 5°C darunter. Insgesamt sind westliche Winde vorherrschend, da Neuseeland in einer Zone starker West-Winde, den permanent wehenden «Roaring Fourties» liegt. Dadurch regnen die über dem Tasman-See angesammelten Wassermassen an den Bergen im Westen der Südinsel ab. Auf der Ostseite der Berge ist es erheblich trockener.

Fauna

Aufgrund der geografischen Isolation hat sich in Neusee-land ein einzigartiges Ökosystem entwickelt, dessen herausragendstes Merkmal vor der polynesischen Kolonialisation das Fehlen jeglicher Art von Landsäuge-tieren war, ausgenommen von drei Arten neuseeländischer Fledermäuse. Viele der Nischen, die normalerweise von Säugetieren besetzt würden, sind von Vögeln belegt worden. Zu den flugunfähigen Vögeln gehören Kakapo, Kiwi, Takahe, Weka und der ausgestorbene Moa. Einige dieser Arten kommen nur noch auf raubtierfreien Inseln vor der Küste Neuseelands vor. Weniger Probleme haben die kräftigen Papageienarten Kea und Kaka. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vögel, die über die riesigen Weiten des Pazifik fliegen, um Teile des Jahres in Neuseeland zu verbringen, wie der Westlandsturmvogel.

Auch Königsalbatrosse und Australtölpel nisten hier. Die Küsten teilen sich verschiedene Pinguin-Arten wie der Dickschnabelpinguin, der Gelbaugenpinguin und der Zwergpinguin mit Neuseeländischen Pelzrobben, Elefantenrobben und Neuseeländischen Seelöwen. Vor den Küsten schliesslich sind Delfine und Wale anzutreffen. Vor der neuseeländischen Küste gibt es eine seltene Kleindelfinart, die Hektordelfin genannt wird. In etwa zehn Generationen wird sie wahrscheinlich ausgestorben sein. Des Weiteren ist Neuseeland die Heimat des Tuatara, einer uralten Reptilie, und des Weta, eines Insekts, das bis zu 8 cm oder länger werden kann.

Die Ankunft erst der Maori und später der Europäer hat aufgrund der Eingriffe des Menschen in die Natur und wegen absichtlich und unabsichtlich mitgebrachter Tiere (Neozoen) zu zwei grossen Aussterbewellen geführt.

Flora

Als die Europäer ins Land kamen, waren etwa 70% der Landesfläche bewaldet. Mittlerweile sind es noch etwa 15%. Dazu kommen weitere 5% Waldfläche mit schnellwachsenden importierten Bäumen wie Monterey Pine und Redwood für die neuseeländische Forstwirtschaft. Wesentliche Teile der ursprünglichen Wälder stehen unter Schutz, zu guten Teilen in Nationalparks und so genannten Forest Parks.

Zu den bemerkenswertesten Bäumen gehört im Norden der Kauri. Er ist wie die meisten anderen Bäume immergrün, wie beispielsweise die Südbuchenarten, die hauptsächlich auf der Südinsel anzutreffen sind. Ebenfalls zu den grösseren Bäumen gehören die Podocarpaceen, die in tieferen Lagen beider Inseln vorkommen sowie die Nikau-Palme. Besonders auffällig sind auch der Pohutukawa und der Cabbage Tree. In den niederschlagsreichen Gebieten, insbesondere im Westen der Südinsel, prägen Regenwälder das Bild. Die dort vorherrschenden Rimu und Südbuchen sind in vielen Fällen von Epiphyten (Pflanzen, die sich lediglich am Baum festhalten, nicht aber an ihren Wirtspflanzen schmarotzt) wie dem Rata umschlungen. Unterhalb des dichten Walddaches machen sich zahlreiche, meist endemische Farne breit. Am imposantesten sind zweifellos die Baumfarne, die bis über 10 Meter hoch werden. Der bekannteste unter den Farnen ist der Ponga oder Silver Fern.

Wirtschaft und Verkehr

Seit Beginn der europäischen Besiedlung ist die Landwirtschaft, besonders die Schafzucht, ein wichtiges Standbein der neuseeländischen Wirtschaft. Zunächst dienten Schafe ausschliesslich als Wollelieferanten. Seit den 1880er-Jahren, als der Export per Kühlschiff möglich wurde, zusätzlich als Fleischlieferant. Zwischenzeitlich hatte Neuseeland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Goldrausch auf der Südinsel und eine Wirtschaftskrise wegen einbrechender Wollpreise miterlebt. Dennoch blieb die Landwirtschaft über lange Zeit der bedeutendste Wirtschaftszweig. Wichtigster Handelspartner auch für Molkereiprodukte, Obst und Früchte war trotz der grossen Entfernungen Grossbritannien, bis dessen EG-Beitritt (Europäische Gemeinschaft) Neuseeland in den 1970er-Jahren in eine Wirtschaftskrise stürzte.

In den folgenden Jahren wurde der Wohlfahrtsstaat «verschlankt», so dass Neuseeland mittlerweile ein modernes, industrialisiertes Land ist, das zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt zählt. Subventionen wurden radikal gestrichen, die Sozialsysteme stark zurückgebaut. Ausserdem wurden zahlreiche staatliche Einrichtungen wie die Eisenbahngesellschaft privatisiert. Die Arbeitslosenquote stieg trotz dieser Massnahmen zunächst bis auf 15%. Dann aber folgte ein steiler Aufschwung, so dass Neuseeland 1996 ohne Probleme die Beitrittskriterien zum Euro erfüllt hätte.
Mittlerweile sind Australien, Japan, die USA und die ostasiatischen Tigerstaaten die wichtigsten Handelspartner. Die Wirtschaftskrise in Ostasien 1998/1999 hat daher auch Neuseeland ziemlich schwer getroffen. Die bedeutendsten Haupt-Exportindustrien sind derzeit die Agrarwirtschaft, der Gartenbau, die Fischerei und die Forstwirtschaft. Weiterhin besitzt Neuseeland nennenswerte Produktions-, Tourismus- und Dienstleistungsindustrien.
Neuseeland ist verkehrsmässig, unter Berücksichtigung der dünnen Besiedlung, sehr gut erschlossen. In Neuseeland gilt der Linksverkehr. Eine besondere Bedeutung kommt dem Küstenschiffsverkehr und dem Luftverkehr zu. Zwischen der Nord- und der Südinsel verkehren Auto- und Eisenbahnfähre.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Neuseelands besteht zu 90% aus Nachfahren europäischer, vor allem britischer, Einwanderer. 10% der Einwohner sind Maori, also Ureinwohner. Umgangssprache ist Englisch. Amtssprache ist zusätzlich Maori, das allerdings nur noch von einer kleinen Minderheit der Neuseeländer maorischer Abstammung gesprochen wird. Zudem wurde am 1. Januar 2005 die Neuseeländische Gebärdensprache als dritte Amtssprache festgelegt.