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Russland

Russland («Russische Föderation») ist etwa 17'000'400 Quadratkilometer gross, womit es 1/7 der gesamten Landmasse der Erde bedeckt und somit das flächenmässig grösste Land der Erde ist. Russlands Nachbarländer sind Norwegen, Finnland, die baltischen Staaten, Polen, Belarus, die Ukraine, Georgien, Aserbaidschan, Kasachstan, die Mongolei, China, Nordkorea und die Seegrenze zu Japan und den USA.

Russland ist ein föderativer Staat, in dem eine grosse Anzahl an Völkern vertreten ist. Diese Völker haben meist eine eigene Verwaltung, je nach Grad der Autonomie leben sie in einer Republik, einem autonomen Gebiet oder einem autonomen Kreis. Die Gebiete mit vornehmlich russischer Bevölkerung hingegen sind näher an die Zentralmacht gebunden, die anderen Regionen verlieren jedoch in den letzten Jahren zunehmend an Eigenständigkeit gegenüber Moskau.

Russland hat 13 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern, 7 davon im europäischen Teil. Es gibt 15 Flüsse, die länger sind als 1'000 km, darunter der Ob, der Amur, die Lena und der Jenissej mit mehr als 4'000 km Länge auf der asiatischen Seite und die Wolga, der berühmteste russische Fluss, auf der europäischen Seite mit 3'531 km Länge. Die grössten Gebirge Russlands sind der Kaukasus, der Altai, der Ural und Kamchatka.

Die höchste Stadt des Landes befindet sich auf 5'642 m ü. M. (Elbrus, Kaukasus).
Die wichtigsten Häfen des Landes sind Wladiwostok im Osten, St. Petersburg im Westen und Murmansk im Norden. Russland zählt 136 Millionen Einwohner.

So gross wie das Land ist, so verschieden sind auch die Klimazonen. Das Land durchläuft 11 Zeitzonen. Die Moskauer Zeit unterscheidet zwischen Sommer- und Winterzeit. In Russland sind fast alle Typen kontinentalen Klimas zu finden, von der polaren Tundra bis zur mittelasiatischen Wüste.

Im Winter werden auf dem europäischen Teil Russlands Temperaturen bis zu -35°C, im Sommer bis +35°C erreicht. Im Winter liegt die Temperatur meist zwischen -15°C und -5°C und im Sommer zwischen +15 und +25°C. Im späten Frühling (ab Ende März) und Frühherbst (ab Ende September) sind Regenfälle und grosse Unterschiede zwischen Tages- und Nachttemperaturen üblich.

Geschichte

Die Geschichte Russlands beginnt um das Jahr 700 n. Chr. mit der (ost-)slawischen Kolonisierung der Wälder der heutigen Zentral- und Ostukraine. Um 822 fielen schwedische Waräger in der Region entlang von Dnjepr und Wolga ein und gründeten in den meisten Städten eine Fürstenherrschaft. Dieser Einfluss aus dem Norden bescherte der Region den Beginn des ersten vorrussischen Staatswesens, der «Kiewer Rus».

Der warägische Adel assimilierte sich bald der slawischen Bevölkerung. Im Jahre 988 wurde Russland von Fürst Wladimir christianisiert. Die byzantinische Kirche erhielt Einzug in Russland und mit ihr auch der Beginn einer Verschriftlichung der Sprache. Im Gegensatz zur römischen Kirche liessen die Ostkirchen eine Übersetzung der Bibel zu, das «Altkirchenslawisch» wurde zur Basis der heutigen russischen Sprache.

Das erste Reich zerfiel im Sturm der tartarischen Mongolen 1223. Khanate wurden errichtet, und die Fürsten waren verpflichtet, den Okkupanten Tribut zu zollen. Politische und kulturelle Mittelpunkte waren Moskau, Jaroslawl, Rostow, Rjasan, Twer, Nowgorod, Pskow. Erst im Jahre 1408 konnte das «Tartarenjoch» abgeschüttelt werden.

Unter Iwan IV dem Schrecklichen begann Russland mit seiner Expansion Richtung Sibirien. Mit Kasan, der Hauptstadt Tatarstans, kam erstmals ein nichtrussisches Volk unter russische Herrschaft. Seitdem sieht man Russland als einen multinationalen Staat an. Auch bestehende Reiche Mittelasiens wurden eingegliedert bzw. schlossen sich (1721) dem Imperium an. Durch diese Vereinigung verschiedenster Völker erlangte die russische Gesellschaft eine äusserst bunt gemischte Zusammensetzung, die in ihrer Form einmalig ist.

Unter Peter I dem Grossen beginnt sich Russland der Welt zu öffnen und wendet sich radikal dem Westen zu. Eine Flotte wird gegründet, St. Petersburg löst Moskau als Hauptstadt ab, der alte Adel wird entmachtet. Von nun an bis zur Revolution 1917 wird eine westlich feudale Gesellschafts- und Staatsverständnis vorherrschen. Unter Katharina I der Grossen manifestierte sich das von Peter dem Grossen gelegte Fundament. Ausländische Handwerker kamen in Massen ins Land.

Der stark einsetzende Handel mit dem Westen zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte auch neue Ideologien ins Land. Auf Grund politischer Veränderungen im Jahre 1905 ging dem Zaren nach und nach die Macht verloren (1905 Einrichtung eines Parlaments, der Duma). Der fehlende Wille, die Zeichen der Zeit anzuerkennen und die Macht auch nur geringfügig mit dem Volk zu teilen wie auch die vom ersten Weltkrieg zermürbte Bevölkerung zwangen den Zaren Nikolaus II im Rahmen der sog. «Februarrevolution» abzudanken. Der erste demokratische Präsident Kerenskij entschied, um sich die Unterstützung der Militärs zu sichern, den Krieg mit Deutschland weiterzuführen. Durch die allgemeine Knappheit, die daraus resultierte, blieb die erste russische Republik eine Totgeburt. Parallel zu den staatlichen Organen wurden Arbeiter- und Soldatenräte (Sowjets) gegründet, die grossen Zulauf gewannen, da sie kompromisslos für ein Kriegsende und für eine Bodenreform waren. Am 7. November 1917 (d.h. am 24. Oktober nach dem alten Kalender) putschten sich die Bolschewiken, eine Splittergruppe der KP («Mehrheitler», nach einem Abstimmungsergebnis im Petersburger Sowjet) an die Macht und behielten sie bis Ende 1991. Nach einem blutigen Bürgerkrieg mit den «weissen» politischen Gegnern wurde 1922 formell die Sowjetunion ausgerufen.

Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion, was einen vierjährigen Krieg nach sich zog. Russland verbündete sich mit den Alliierten und besiegte mit ihnen zusammen Deutschland am 9. Mai 1945. Im Verlaufe des Krieges wurden 20 Millionen Sowjetbürger getötet. Der 9. Mai ist heute noch ein staatlicher Feiertag (Tag des Sieges). Seit 1917 wurde die Sowjetunion autoritär von der KPdSU geführt, mal mehr, mal weniger streng. Am schlimmsten musste das Volk unter Stalin leiden. In der Zeit der grossen Säuberungen von 1938 bis zu Stalins Tod 1953 wurden schätzungsweise 10–50 Millionen Menschen hingerichtet oder in Lagern Sibiriens zu Tode gequält.

Kurz nach dem Tode Stalins erlebte Russland unter Chruschtschow eine Entstalinisierung. Der Personenkult um Stalin wurde beendet. Auf die Zeit des Wiederaufbaus folgte eine Zeit der relativen Stabilität, die in eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Stagnation mündete, insbesondere Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre, am Ende der Breschnew-Ära. Es gab kein politisches, wirtschaftliches und gesellschaftliches Vorankommen mehr, was durch den 1980 begonnenen Afghanistankrieg noch verstärkt wurde. Nachdem mehrere Parteisekretäre nach Breschnew kurz nacheinander im Amt starben und dadurch die Überalterung der politischen Elite und des politischen Denkens der UdSSR offensichtlich wurde, wurde 1986 auf der XXVII. Delegiertenversammlung der KPdSU ein neuer, junger Generalsekretär gewählt: Michail Gorbatschow.

Unter dem neuen Haupt der Kommunistischen Partei begann ein politisches Tauwetter, das unter den Namen «Perestrojka» (Umbau, Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit, Transparenz) dem Land und seiner Bevölkerung immer mehr Freiheiten einräumte. Dennoch scheiterte Gorbatschow mit seinem Vorhaben die Sowjetunion zu reformieren und das Land zerfiel in fünfzehn einzelne Republiken. Eine Unionsrepublik nach der andern erklärte 1991 ihre Unabhängigkeit, ebenso Russland, auch wenn sich das Land zum Rechtsnachfolger der UdSSR ausrief.

Dies geschah kurz nach dem Putsch altkommunistischer Generäle gegen Gorbatschow im Jahre 1991. Damals war Boris Jelzin bereits Präsident der russischen Sowjetrepublik. Durch das Scheitern der Putschisten entglitt Gorbatschow als Staatschef die Macht in der Sowjetunion, einem Staat, der in Auflösung begriffen war. Der neue Machthaber, wenn auch nur über die grösste sowjetische Nachfolgerepublik, war Boris Jelzin. Die neugegründete Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS), die zunächst als Nachfolgeorganisation der UdSSR gesehen wurde, hat in der Realität allerdings nicht so viel Bedeutung, wie ihr im Westen allgemein zugeschrieben wird. Es hat häufig den Anschein, dass sie nur auf dem Papier besteht.

Boris Jelzin blieb zwei Amtszeiten Präsident der neugegründeten Russischen Föderation. Am 3. Oktober 1993 wurde der Volksdeputiertenkongress, ein noch in kommunistischer Zeit gewähltes Organ, gewaltsam aufgelöst. Im selben Jahr wurden die russische Währung und Wirtschaft dem Markt freigegeben, was zu grosser Inflation führte und viele Betriebe ins Aus stürzte. Dazu kam, dass Russland seit 1994 bis heute in Tschetschenien einen nicht erklärten Krieg führt und die jungen Rekruten bei der Armee unter Teils unmenschlichen Bedingungen ihren Dienst leisten müssen. Die überall im Lande verbreitete Armut und das wenig vorhandene Umweltbewusstsein lässt erahnen, wie viel in Russland im sozialen und ökologischen Bereich noch zu tun ist. Aufgrund gesundheitlicher Probleme gab Jelzin die Macht zu Neujahr 2000 an seinen Vizepräsidenten Wladimir Putin ab.

Putin liess sich im selben Jahr vom Volk im Amt bestätigen. Zur Zeit verlebt Russland im Vergleich zu den 90er-Jahren eine relativ stabile Zeit, die soziale, ökonomische, ökologische Talsohle ist jedoch erst teilweise durchschritten.

Wirtschaft

Mit Gorbatschows Perestrojka und dem Zusammenbruch der UdSSR zerfiel auch das Wirtschaftssystem, das mit seinen Fünfjahresplänen auf zentraler Planung und gleichmässiger Verteilung basierte.

Das neue Russland benötigt nun neue Mechanismen der Marktwirtschaft, deren Aufbau allerdings äusserst mühsam ist und viele Jahre in Anspruch nehmen wird. Im Rahmen der ersten Privatisierungswelle machten windige Geschäftsleute das eine oder andere Schnäppchen, womit sie zu den reichsten und einflussreichsten Leuten Russlands wurden. Das Volk fühlt sich oft betrogen, da es täglich das grosse Reichtumsgefälle innerhalb der Bevölkerung zu sehen bekommt, selbst für die Arbeit ein Geringstes an Lohn bekommt, den es dann auch noch mit vielen Monaten Verspätung oder nur in Naturalien ausbezahlt bekommt. Die konfuse Gesetzgebung lässt Spielraum für allerlei kriminelle Aktivitäten. Das Land leidet an Kapitalflucht, weshalb sich die russische Währung in Abständen im freien Fall befindet, das letzte Mal im August 1998. So lag z.B. der Preis für eine Metro-Fahrt 1991 noch bei 5 Kopeken, 1999 schon bei 4 Rubeln, wobei man bedenken muss, dass zu Anfang des Jahres 1998 beim Rubel die letzten drei Nullen weggestrichen wurden (aus 1000 Rubeln wurde einer). Somit hat sich der Preis für eine U-Bahn-Fahrt innerhalb von 8 Jahren verachzigtausendfacht. Dies hat alle Ersparnisse fast jeder durchschnittlichen Familie förmlich aufgefressen. Die Steuergesetzgebung ist so irrational, dass die Steuern, wenn man sie vollständig zahlen wollte, höher liegen könnten als alle gesamten Einkünfte. Aber anstatt neue und übersichtliche Gesetze zu schaffen, blockieren sich Regierung und die konservativ dominierte Staatsduma (russisches Unterhaus) gegenseitig mit andauernden Machtkämpfen.

Die ältere Generation hat oft keine Möglichkeit, der Armut zu entgehen und auch bei den jüngeren Menschen hat sich noch keine funktionierende Mittelschicht herausgebildet. Jedoch ist eine breite Mittelschicht eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Marktwirtschaft. Es ist ein schmerzhafter Weg, den die Bevölkerung gehen muss, hin zu neuen Realitäten und Mentalitäten. Aber er gibt dem Volk Hoffnung, dass es eines Tages einen Weg geben wird, der zu Selbstbestimmung des Individuums, Wohlstand und realer Freiheit führt.